Rechte des Betroffenen

Im Folgenden werden die Rechte des Betroffenen gegenüber datenverarbeitenden Stellen dargestellt.


Jeder hat zunächst das Recht auf Auskunft über 

  1. 1. die zu seiner Person gespeicherten Daten, auch die Herkunft der Daten
  2. 2. den Empfänger, an den die Daten weitergegeben werden und
  3. 3. den Zweck der Speicherung


Dieses Recht ist geregelt in § 34 Abs. 1 BDSG für die Auskunft von Unternehmen sowie in § 19 Abs. 1 BDSG für die Auskunft von öffentlichen Stellen.


Gegenüber Auskunfteien wie Schufa, Creditreform usw. erstreckt sich das Recht auf Auskunft gem. § 34 Abs. 4 BDSG zusätzlich auf

1. die innerhalb der letzten zwölf Monate vor dem Zugang des Auskunftsverlangens übermittelten Wahrscheinlichkeitswerte für ein bestimmtes zukünftiges Verhalten des Betroffenen sowie die Namen und letztbekannten Anschriften der Dritten, an die die Werte übermittelt worden sind,

2. die Wahrscheinlichkeitswerte, die sich zum Zeitpunkt des Auskunftsverlangens nach den von der Stelle zur Berechnung angewandten Verfahren ergeben,
3. die zur Berechnung der Wahrscheinlichkeitswerte nach den Nummern 1 und 2 genutzten Datenarten sowie
4. das Zustandekommen und die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitswerte einzelfallbezogen.

Die Auskunft ist gegenüber öffentlichen Stellen unentgeltlich, gegenüber Unternehmen zumindest einmal jährlich ebenfalls unentgeltlich in Text- oder Schriftform zu erteilen.

Stellt sich heraus, dass die Daten falsch sind oder es etwa keine Grundlage für  die Speicherung gibt, hat der Betroffene das Recht, die Berichtigung, Sperrung oder Löschung der Daten zu verlangen, §§ 20, 35 BDSG.

Tip für Datenverarbeiter: Als datenverarbeitende Stelle müssen Sie jederzeit nachvollziehen können, woher und auf welcher Grundlage Daten erhoben wurden. Sind diese nicht mehr erforderlich (etwa für Abrechnungszwecke) und liegt keine nachweisbare Einwilligung zur weiteren Nutzung und Speicherung vor, sind die Daten regelmäßig zu löschen.

Tip für Betroffene: Sollten Sie von einem ehemaligen Vertragspartner angerufen oder angeschrieben werden, lassen Sie sich doch mal Auskunft erteilen, welche Daten auf welcher Grundlage zu Ihrer Person gespeichert sind.
Aber auch Auskünfte bei Wirtschaftsauskunfteien oder auch z.B. bei Landes- und Bundespolizei können Interessantes zu Tage fördern. Denn selbst der Anruf über 110 oder eine allgemeine Verkehrskontrolle kann dort auftauchen - Sie werden überrascht sein.